GUTES /SCHLECHTES GEHEIMNIS: GEGEN KINDESMISSBRAUCH SCHÜTZEN

Aktualisiert: Apr 26

Als ein erfahrener Krav Maga Trainer - und hauptsächlich, wenn ich die Krav Maga Kids Instruktor Kurse veranstalte - werde ich ziemlich oft gefragt: „Wie gehen wir mit Kindesmissbrauch um?“, sprich: „Wie können wir Kindern beibringen, sich gegen körperliche Misshandlung zu schützen?“

Um das zu beantworten, lass uns erst die Statistik anschauen. Laut der European Commision of Migration and Home Affairs wurden zwischen 10% - 20% der europäischen Kinder im Alter zwischen 0‑18 Jahre sexuell missbraucht (https://ec.europa.eu/home-affairs/what-we-do/policies/organized-crime-and-human-trafficking/child-sexual-abuse_en). Überleg mal, was diese Zahl bedeutet: Wenn du mehr als 10 Kinder persönlich oder geschäftlich kennst, gibt es eine Chance, dass mindestens eins von ihnen sexuell missbraucht wurde oder wird. Laut dieser Studie waren außerdem nur 25% der Täter dem Kind unbekannt. Die meisten waren Menschen (normalerweise Erwachsene oder Jugendliche), die das Kind kannte.

In den USA wurden 2015 alleine mehr als 4.000.000 Fälle von sexuellem Missbrauch angezeigt, und mehr als 1.700 Todesfälle sind wegen Missbrauch und Nachlässigkeit vorgefallen (http://americanspcc.org/child-abuse-statistics/). Um es noch schlimmer zu machen: Die Statistik zeigt, dass die missbrauchten Kinder ihre Geschichte erst erzählen, wenn sie erwachsen sind; normalerweise wenn sie älter als 40 sind. Das heißt, dass sie mit diesem Joch mindestens 20 Jahre leben müssen, bevor sie ihr emotionelles Trauma therapieren können, wenn sie es überhaupt schaffen.

Als Krav Maga Trainer und als Mensch ist dieses Thema meine Herzensangelegenheit. Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, dass man sich in diesem Thema bildet.

Was können wir beim Krav Maga Kids Training tun, um gegen Kindesmissbrauch zu schützen? Über unseres Krav Maga Kids Training haben wir schon in diesen Blogpost gesprochen. Lass uns das von einfach bis kompliziert zeigen: Erstens bringen wir den Kindern Selbstverteidigungstechniken bei, die relevant in solchen Situationen sind. Zum Beispiel Griffe vermeiden und Befreiung aus verschiedenen Griffe, Vorbeugung und Flüchten aus Gefahr usw. – der körperliche Aspekt der Selbstverteidigung. Aber wie gesagt, das ist der einfache Teil. Techniken beizubringen ist eine Sache; Verhalten, Denkweise und Erkennen zu schulen ist schon eine andere Sache. Also, was machen wir, um Kindern die komplizierteren Sachen beizubringen? Wir diskutieren diese Sachen offen, wir bieten den Kindern eine sichere Atmosphäre und wir bringen den Kindern bei, was Grenzen und Geheimnisse bedeuten. Das bringt uns zum Titel dieses Blogs: Gutes Geheimnis - schlechtes Geheimnis. Was ist ein gutes Geheimnis und was ist ein schlechtes Geheimnis? Viele Kinder (und ehrlich gesagt viele Erwachsene auch) kennen den Unterschied zwischen guten und schlechten Geheimnissen nicht. Sie wissen nur, dass man ein Geheimnis mit anderen nicht teilt. Aber was passiert, wenn das Geheimnis unangenehm ist? Wenn der Vater oder Onkel das Kind unpassend berührt und danach „das ist unser Geheimnis“ sagt? Im Krav Maga Kindertraining bringen wir den Kindern bei, den Unterschied zwischen guten und schlechten Geheimnissen zu erkennen.


Ein gutes Geheimnis macht dich glücklich, froh, lässt dich lächeln (eine Geburtstagsüberraschungsparty für Mama, ein Geschenk, das du für deine Eltern gekauft oder gebastelt hast). Ein schlechtes Geheimnis macht dich traurig, macht dir Bauchweh. Das gute Geheimnis darf man für sich behalten, aber das schlechte Geheimnis musst du mit vertrauten Erwachsenen (Eltern, Lehrer, Trainer usw.) teilen. Wir wollen, dass unsere Schüler und Kinder ihren Instinkten vertrauen lernen. Wenn sie spüren, dass etwas falsch ist, ist es wahrscheinlich so. Wir wollen sicherstellen, dass die Kinder diesen Unterschied kennen und entsprechend handeln. So können sie bedrohliche Situationen vermeiden und lösen. LIEBE ERWACHSENE: WENN EIN KIND MIT EUCH EIN SCHLECHTES GEHEIMNIS TEILT, HÖRT ZU UND GLAUBT IHM!

Auch wenn das Kind etwas missverstanden hat, dürfen wir es nicht mit „Ich glaube dir nicht“ oder „Du hast was falsch verstanden“ wegschicken. Das Kind wird dir nie mehr vertrauen. Wir müssen verstehen, dass so ein Geheimnis zu teilen extrem schwer ist. Es braucht Mut und Vertrauen. Wir dürfen das nicht enttäuschen.Kennst du ein missbrauchtes Kind, oder sorgst du dich, dass es missbraucht wird? Auf diesem link und hier findest du weitere Infos, wie du vorgehen kannst. Viele Menschen ignorieren dieses Thema, da es unangenehm ist. Sei nicht einer von denen. Wir müssen mit unseren Kindern über dieses Thema diskutieren und Wissen teilen. Es kann dein Kind irgendwann retten.

Mehr über das Thema Schutz gegen Kindesmissbrauch könnt ihr in diesem Link hören:


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