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Wenn Wir Bzgl. Kinderschutz ehrlich sind

Aktualisiert: 22. Dez. 2021

Können wir eine Sekunde ehrlich sein? Wenn wir als Selbstverteidigungsinstruktoren den Kindern nur Techniken beibringen, wie sie Schläge, Kicks, Würgegriffe usw. abwehren sollen, machen wir nur 10% der Arbeit.

Selbstverteidigung für Kinder

Ich sage es nicht, um jemanden anzugreifen. Ich habe es auch lange genauso gemacht und ich betone immernoch diese Sachen, vielleicht sogar mehr als früher. Weiterhin ist es natürlich sehr gut diese Sachen zu üben, auch wegen dem Mehrwert der körperlichen und geistigen Härte, die sie fördern und eine wichtige Rolle in Selbstverteidigung spielen

Allerdings, wenn du dich als Selbstverteidigungsprofi betrachtest, kannst du dich nicht nur mit körperlichen Fähigkeiten zufriedengeben, in der Hoffnung, dass andere Fähigkeiten folgen werden. Wenn du einem Kind nur körperliche Fähigkeiten beibringst, bringst du dem Kind bei, das Wasser aus dem Schiff zu schöpfen, nachdem es gegen den Eisberg gekracht ist. Eine wichtige Fähigkeit auf jeden Fall, aber wäre es nicht besser, wenn das Kind das Schiff so steuern könnte, dass es garnicht erst kracht?


Krav Maga Gewaltprävention
Bevor das Schiff kracht

Im Moment wird ein fürterlicher Fall in den Israelischen Medien diskutiert, über ein 16 Jähriges Mädchen, das, während sie anscheinend betrunken war, von mindestens 10 Männern im Alter von 17-30 Jahren vergewaltigt wurde (der erste Bericht hat ca. 30 Männer angegeben. Bis jetzt wurden „nur” 10 verhaftet). Wenn wir diesen extremen Fall als Beispiel benutzen, müssen wir uns selbst fragen, wie hätten Selbstverteidigungstechniken diesem Mädchen geholfen, wenn sie schon betunken ist und von 10 Männern umzingelt ist, die sehr wahrscheinlich größer und stärker sind? Wie sollte sie in ihrem alkoholisierten Zustand zurückschlagen? Man hat gar keine Chance das zu schaffen, auch wenn man sein lebenlang Kampfsport trainiert.

Das bringt mich zu meinem ersten Punkt zurück. Nur Techniken beizubringen reicht nicht. Ein volles Selbstverteidigungsprogramm muss sich auch mit Prävention und Gefahrenerkennung zu beschäftigen. Gefährliche Situation zu vermeiden bedeutet, dass wir erkennen können, nicht nur woher der Schlag kommt, sondern auch welche Situation eskalieren und gefährlich werden könnte. Es bedeutet leichtsinniges Verhalten erkennen zu können, es bedeutet aber auch verantwortungsbewusster Alkoholkonsum. Es bedeutet die Möglichkeit zu haben, ehrlich mit den Eltern/Erziehungsberechtigten zu sein (wohin geht der Teenager und was dort gemacht wird), sodass sie ihn/sie schnell abholen könnten, falls es gebraucht wird.

Die allerwichtigste Sache in der Selbstverteidigung ist nicht in Gefahr zu kommen, oder wenn das nicht möglich ist, wie die Risiken zu verwalten sind. Wir müssen uns und die Kinder folgendes fragen und diskutieren-

Frag das Kind:

  • Was bedeutet Gefahr? Wie kann ich sie vermeiden?

  • Was mache ich, wenn mir jemand zu nah kommt?

  • Wer darf mich berühren und wann? Was mache ich, wenn jemand, der es nicht darf, versucht mich zu berühren?

Frag deinen Teenager-

  • Welche Verhaltensweise mir gegenüber akzeptiere ich?

  • Wann und wo ist es in Ordnung betrunken zu sein oder die Kontrolle zu verlieren? Wie betrunken ist zu betrunken?

  • Wenn du schon Alkohol trinkst, wie kannst du in voraus sicherstellen, dass dir nichts Schlimmes passiert?

  • Was bedeutet für mich normales sexuelles Verhalten? Wo sind meine Grenzen?

  • Wie kann ich zwischen sicheren und gefährlichen Partnern unterscheiden?

  • Wem kann ich vertrauen, dass er sich um mich kümmert, wenn ich die richtigen Entscheidungen nicht treffen kann? Weiß diese Person, dass sie für meine Sicherheit verantwortlich ist?

  • Wenn alles schiefläuft, was ist mein Plan? Kann ich mich verteidigen, wenn mich jemand angreift? Kann ich wegrennen? Kann ich Hilfe rufen?

Die Antworten auf diese Fragen müssen unseren Kindern/Schülern klar sein, schon bevor sie den Punkt erreichen, an dem es zu spät ist. Sich selbst zu fragen „kann ich mich verteidigen?“, während man angegriffen wird, ist zu spät. Ein betrunkenes 16-jähriges Mädchen wird sich nicht fragen, wie viele Drinks sie hätte haben sollen. Diese Themen sollen in einer früheren Zeit diskutiert und trainiert werden, sodass unsere Schüler und Kinder bereit sind, falls sie sich in dieser Situation befinden.

Du möchtest mehr darüber erfahren? Du interessierst dich für unser Konzept der Selbstverteidigung? Dann melde dich einfach bei uns.


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