WESHALB WIR BODENKAMPF NICHT FÖRDERN UND TROTZDEM TRAINIEREN

Aktualisiert: Apr 20

In einem früheren Blog haben wir einige Prinzipien von Impact Krav Maga diskutiert. In diesem Blog wollen wir über eine der wichtigsten Strategien in Krav Maga reden. Über die Art, wie wir Selbstverteidigung sehen – Bodenkampf ja oder nein?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zuerst den Unterschied zwischen Selbstverteidigung und Wettkampf im Kampfsport klären. In seinem Buch „Facing Violence“ definiert der Autor Sgt. Rory Miller einen Kampf als Übereinkunft zwischen Personen, sich auf Gewalt einzulassen (frei übersetzt). Das ist wahr, auch wenn es auf der Straße passiert und nicht in einer Sportumgebung. Es wird am Anfang des Kampfes eine Art Steigerung geben, üblicherweise Drohgebärden, Schimpfworte, Schubsen und schließlich den ersten Schlag. Im Kampfsport gibt es Regeln: nicht in die Leiste schlagen, nicht den Hinterkopf schlagen, Gegenstände zu benutzen ist nicht erlaubt und so weiter; je nach Sport. In beiden Fällen, im Straßenkampf und im Kampfsport, sind die Kampfteilnehmer auf die Gewalt vorbereitet.

Das ist nicht Selbstverteidigung.


Eine Selbstverteidigungs-Situation wird höchstwahrscheinlich überraschend kommen, schnell und brutal. Sie zwingt uns, sofort von unserem netten, höflichen, normalen Benehmen in Flucht-oder-Angriffsmodus zu wechseln. Dies ist keine Übereinkunft. Das ist Gewalt mit der Absicht, einer anderen Person psychischen oder körperlichen Schaden zuzufügen.

Bevor es weitergeht, möchte ich etwas klarstellen: Was ich hier schreibe, soll keine Form des Bodenkampfes abwerten. Krav Magas Schöpfer, Imi Lichtenfeld (Link „about Imi“) war Ringer, und ich selbst trainiere auch BJJ und habe den größten Respekt vor diesen Sportarten. Aber die unterschiedliche Herangehensweise ist wichtig.

Das Problem am Boden

Es gibt 3 Hauptprobleme beim Kampf am Boden

  1. Wir sind nicht sehr beweglich. Wir können uns nicht so schnell bewegen und Abstand zwischen uns bringen. Das bedeutet, es ist leichter, uns zu fangen; leichter, uns zu kontrollieren; leichter uns weh zu tun. Besonders, wenn wir es mit mehr als einem Angreifer zu tun haben. Es ist möglich, mit einer Person zu ringen und zu kämpfen (nicht leicht, nur möglich), mit 2 -3 Leuten gleichzeitig ist es fast unmöglich. Stehend können wir treten oder rennen, auf dem Boden nicht.

  2. Unsere Angriffsoptionen sind begrenzt. Besonders gegen einen stehenden Gegner ist ein Gegenangriff schwierig. Nicht unmöglich, aber schwierig. Unsere Kicks und besonders unsere Schläge sind viel schwächer, weil wir gegen die Schwerkraft arbeiten. Unsere Möglichkeit, das Gewicht in den Schlag zu legen, ist begrenzt. Stehend können wir viel effizienter angreifen.

  3. Alles dauert länger. Alles am Boden braucht Zeit. Sogar bei hochklassigen Ringern können wir beobachten, dass den Kampf zu gewinnen Zeit braucht – du musst dich in die richtige Position bringen, die Verteidigungsstrategien deines Gegners umgehen und dann angreifen. In einer Selbstverteidigungs-Situation haben wir diese Zeit wahrscheinlich nicht. Wir müssen schnell handeln können und weglaufen.

Dies sind die Gründe, warum wir nicht zu Boden gehen sollten. Jetzt wollen wir besprechen, warum wir den Bodenkampf trotzdem trainieren.

Warum Bodenkampf trainieren?

Wenn ihr den vorhergehenden Teil gelesen habt, kennt ihr jetzt die Probleme beim Bodenkampf. Es gibt nur eine Art, diese Probleme zu vermeiden: Ihr müsst gut genug im Bodenkampf sein, im zu-Boden-werfen und in Bodenverteidigung. Dann könnt ihr diese Situation vermeiden. Zu wissen, dass man etwas vermeiden sollte, heißt nicht, dass man es vermeiden kann. Ihr müsst es wieder und wieder üben, bis ihr sehr gut darin seid. Je besser ihr im Bodenkampf seid, desto besser ist eure Chance, in so einer Situation zu überleben.

Fragen? Anmerkungen? Lasst uns wissen, was ihr denkt!

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